Fachberatung ist eine wesentliche Voraussetzung für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit der Kleingartenvereine


Jeder Kleingartenverein muss gemäß Bundeskleingartengesetz seine Mitglieder fachlich betreuen, denn der niedrige Pachtzins von nur 0,07€/m² ist an die Voraussetzungen gebunden, dass der Garten dem Anbau von Gartenbauerzeugnissen, sprich Obst und Gemüse, dient und dass die Kleingärtner fachlich betreut werden.

Manche Vereinsmitglieder reduzieren allmählich ihre Beetflächen und legen statt dessen Rasenflächen an.

Im Kommentar zum Bklg- gesetz ist erläutert, dass für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit mindestens 1/3 der Gartenfläche dem Anbau von Obst und Gemüse dienen muss, höchstens 1/3 für Rasenflächen, Blumen und Erholung und höchstens 1/3 für Laube, Wege und Freiterrasse verwendet werden darf.

Und was geschieht, wenn man sich nicht daran hält?

Zwei Vereinen im Land MV wurde die kleingärtnerische Gemeinnützigkeit gerichtlich aberkannt, weil die Bedingungen des Bklg- gesetzes nicht eingehalten wurden. Sie sind nun kein Kleingartenverein mehr, sondern Pächter von Wochenendgrundstücken oder 'Datschen'  und die Pacht für einen 300m² - Garten beträgt nun nicht mehr 21,-€ + Vereinsbeitrag, sondern ein vielfaches, zwischen 180,-€ und 300,-€/Jahr.

Dazu kommen Kosten für Abwasseranschluss und- Entsorgung usw., denn die erleichterten Bedingungen für Kleingärtner sind dann ebenso verloren wie der Bestandsschutz.

Jedem Gartenfreund kann nur geraten werden, die Drittelteilung zu beachten und die Rasenflächengröße zu überprüfen, ob es z.B. nicht sinnvoller wäre:

statt des Rasens eine 'Erdbeerwiese' anzulegen mit der Sorte: 'Florika', bei der man nach guter Bodenvorbereitung pro m² ca. 8 Pflanzen setzt, sie nie abrankt, sondern die Ranken so reinlegt in die Fläche, dass alle Lücken geschlossen werden. Dann bildet sich eine dichte, unkrautfreie Erdbeerwiese, die man bis zu 8 Jahre regelmäßig im Juni abernten und im Spätherbst mit dem Sichelmäher abmäht und mit verrottetem Kompost oder Dung etwas düngt. Die Früchte reifen über dem Laub. Das ist weniger Arbeit als es die Rasenpflege erfordert.

statt des Rasens Kartoffeln anzubauen, denn die Qualität selbstgebauter Kartoffeln übertrifft jedes Shopangebot und der Arbeitsaufwand ist wesentlich geringer für den Kartoffelanbau als für die Rasenpflege.